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Kleinster Kreis in NRW ist einer der schönsten und vielfältigsten

Überregional, 25.04.2007 00:00 Uhr (SK)

Grußwort von Landrat Frank Beckehoff: Unser Ziel ist die Region der Zukunft

Unter dem Titel "Hallo Zukunft" veröffentlicht der Kurier-Verlag im Frühjahr dieses Jahres ein Sonderheft, dessen Beiträge zeigen wollen, dass die Menschen in Südwestfalen zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Wenn die Aussage: "Deine Zukunft beginnt mit dem, was du heute in deinen Händen hast." des Wirtschaftsjournalisten und Marktforschers Karl Pilsl stimmt, dann ist der Kreis Olpe recht gut für kommende Herausforderungen gerüstet.
"Klein aber fein", so könnte nämlich mein Urteil über den Kreis Olpe kurz und knapp lauten. Mit seinen sieben kreisangehörigen Städten und Gemeinden und den knapp 142.000 Einwohnern ist der Kreis Olpe zwar der kleinste Kreis in NRW, doch gilt er sicherlich als einer der schönsten und vielfältigsten Kreise unseres Landes. Die zauberhafte Seenlandschaft an Bigge- und Listertalsperre und gleich drei Naturparke machen den Kreis Olpe in allen Jahreszeiten zu einem beliebten Urlaubs- und Naherholungsgebiet.
Kaum jemand vermutet jedoch in dieser landschaftlich so bevorzugten Gegend eine starke, mittelständisch geprägte Industrie mit jahrhundertealter Tradition. Tatsächlich hat sich der kleine Kreis Olpe inmitten der Wälder und Naturparke zu einem vielseitig geschichteten Industriekreis entwickelt, der zu den überdurchschnittlich industrialisierten Gebieten in Nordrhein-Westfalen zählt.
Klassische Mittelstandsregion
Als klassische Mittelstandsregion hat der Kreis Olpe in wirtschafts- und sozialpolitischer Hinsicht eine hervorragende Bilanz aufzuweisen. Wir können uns im Kreis Olpe glücklich schätzen, dass hier eine große Zahl von mittelständischen Familienbetrieben ansässig ist, die erfolgreich am (Welt-)Markt agieren und wichtige und zuverlässige Arbeitgeber sind. Unsere heimische, eigentümerbestimmte Unternehmensstruktur zeichnet sich aus durch eine starke Bindung an die Region und ein hohes Maß an Verantwortung, Vertrauen und Sicherheit im Miteinander von Unternehmensführung, Mitarbeitern und Kunden.
Wirtschaftlicher Erfolg
Der hieraus resultierende wirtschaftliche Erfolg des Kreises ist sehr eindrucksvoll durch das Ende letzten Jahres veröffentlichte, wissenschaftliche Regionalranking der Initiative Neue soziale Marktwirtschaft (INSM) bestätigt worden. Die INSM-Studie hat 2005 anhand ökonomischer und struktureller Indikatoren wie Arbeitseinkommen, Bruttoinlandsprodukt, Altersstruktur und Ausbildungsplatzdichte bundesweit insgesamt 435 Kreise und kreisfreie Städte untersucht. Dabei schnitt der Kreis Olpe mit bundesweit Platz 77 recht gut ab. In NRW erreichten nur die Stadt Düsseldorf (48) und der Kreis Neuss (69) eine bessere Platzierung. Der Kreis punktete insbesondere mit der besten Arbeitsplatzversorgung, der niedrigsten Arbeitslosenquote und der geringsten Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger, wo er jeweils die beste Platzierung in Nordrhein-Westfalen belegte.
Vor allem ist der Kreis Olpe aber für die hier lebenden Menschen, die als selbstbewusst und bodenständig charakterisiert werden können, die Heimat mit einem hohen Maß an Lebens- und Wohnqualität. Dazu trägt das gesellschaftliche und kulturelle Leben bei, das weitgehend getragen wird von zahlreichen Vereinen, Gruppierungen und privaten Initiativen. All dies führt dazu, dass die Menschen im Kreis Olpe mit ihrem Umfeld sehr zufrieden sind. So hat eine repräsentative Umfrage denn auch bestätigt, dass 94 % der Bevölkerung gerne bzw. sehr gerne hier leben.
Vor diesem Hintergrund sind dem Kreis Olpe gerade in jüngster Zeit auch angesichts der demographischen Entwicklung von mehreren unabhängigen Instituten übereinstimmend positive Trends und Standortvorteile bescheinigt worden. Dazu gehören eine relativ stabile Arbeitsplatzentwicklung, eine äußerst positive Einwohnerentwicklung und überdurchschnittlich vertretene Familienstrukturen. Nach den Prognosen des Landesamtes für Daten und Statistik gehört der Kreis Olpe im Landesvergleich zu den zukünftigen Gewinnern der Bevölkerungsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Eine Studie des Berlin-Institutes für Weltbevölkerung und globale Entwicklung zur Zukunftsfähigkeit der Kreise und kreisfreien Städte sieht den Kreis Olpe in Bezug auf die zukünftige Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung auf einem hervorragenden vierten Platz unter den 31 nordrhein-westfälischen Kreisen.
Trotz der beachtlichen Standortvorteile dürfen wir jedoch nicht die Hände in den Schoß legen. Im Wettbewerb der Regionen gilt es vielmehr, die eigenen Kräfte so zu mobilisieren und zu bündeln, dass der Kreis Olpe auch künftig als leistungsfähige, zukunftsorientierte und dynamische Wirtschaftsregion mit hohem Wohn- und Freizeitwert erkannt wird. Soweit dies im Einflussbereich des Kreises liegt, sind weiterhin günstige Standort- und Rahmenbedingungen zu schaffen für unternehmerisches Handeln und wirtschaftliches Wachstum und damit für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Als vorrangige Handlungsfelder der wirtschafts- und strukturpolitischen Kreisentwicklung der nächsten Jahre sehe ich das Erfordernis eines intensiven und gezielten Standortmarketings, um den Zuzug und die regionale Bindung qualifizierter Arbeitskräfte zu fördern, die Verkehrsinfrastruktur, die Unternehmensunterstützung, die Gründung und die Entwicklung von Branchennetzwerken, den Tourismus und die Stärkung weicher Standortfaktoren. Erste Umsetzungsschritte wurden bereits angegangen. Ich nenne hier beispielhaft die Initiierung der Brancheninitiative Metall Olpe, ein neues Netzwerk der metallverarbeitenden Betriebe in der Region, ferner die Erarbeitung eines touristischen Entwicklungskonzeptes für das Ferien- und Naherholungsgebiet Biggesee sowie schließlich die Erschließung eines Museumsentwicklungsplanes für den Kreis Olpe.
Darüber hinaus haben die fünf südwestfälischen Kreise beschlossen, die Arbeitsgemeinschaft Südwestfalen zu gründen, um diese erfolgreiche Wirtschaftsregion überregional zu profilieren und ihren politischen Einfluss zu stärken. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung könnte zudem die Ausrichtung der Regionale 2013 sein, um die sich die Kreise derzeit bewerben.
Unser Ziel muss es sein, den Kreis Olpe als "Region der Zukunft" zum Inbegriff für attraktives Arbeiten, Wohnen und Erleben weiter zu entwickeln. Ich meine, der Kreis Olpe wäre hier auf einem guten Weg.
Klein
aber fein
Die Bewertung "Klein aber fein" hat sich bis heute für den Kreis Olpe immer wieder bestätigt. Die Bürgerinnen und Bürger werden auch in einer sich verändernden Welt das Ihre dazu tun, dass dieses Urteil auch künftig gilt und die hohe Lebensqualität im schönen Kreis Olpe erhalten bleibt.
Landrat Frank Beckehoff

 

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