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Überregional, 25.04.2007 00:00 Uhr (SK )

Zulieferer-Netzwerk Automotive mit rund 500 Firmen will Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft

Kreis. (SK)
Das Zulieferer-Netzwerk Automotive Südwestfalen ist ein Zusammenschluss südwestfälischer Unternehmen und Institutionen. Unter Federführung der Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen bilden mittlerweile rund 500 Zulieferer der Automobil- und Bahnindustrie, des Schiffbaus und der Luft- und Raumfahrtindustrie eine Schlüsselbranche in Südwestfalen.Ob ein modernes Kraftfahrzeug, ein ICE oder der Airbus A 380 — ohne Zulieferteile aus Südwestfalen sie diese kaum denkbar. Rund 43.000 Arbeitsplätze hat die Branche in der Region. Südwestfalen ist damit einer der Kernstandorte der Automotive-Zulieferindustrie in Deutschland.
Das zeigt die hohe Zahl von fast 500 Unternehmen in den insgesamt sechs Kreisen sowie der kreisfreien Stadt Hagen. Jedes achte Industrieunternehmen der Region gehört damit zum Sektor Automotive. Es handelt sich überwiegend um Betriebe der Metallverarbeitung und der Oberflächenbehandlung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beliefern dabei bevorzugt die Automobil-Industrie. Die Sparten Eisenbahn, Schiffsbau und die Luft- und Raumfahrtindustrie sind aber auch vertreten.
3.900 Beschäftigte im Kreis Olpe Im Kreis Olpe zählen 57 Betriebe mit rund 3.900 Beschäftigten dazu.
Seit Jahren durchläuft die Automotive-Industrie strukturelle Veränderungen. "Der zunehmende Preisdruck der großen Automobilhersteller auf ihre Zulieferer hat mit der Globalisierung eine neue Dynamik erhalten.
Bei gleichzeitigem Kostendruck steigt so stetig der Optimierungsbedarf der Prozessabläufe bei den Zulieferern", so das Netzwerk. "Damit auch die Standorte in Südwestfalen profitieren, hängt von deren Wettbewerbsfähigkeit ab." Auf dem Weg zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit dürften die Unternehmen nicht allein gelassen werden. "Sie benötigen die regionale Unterstützung durch Politik und Verwaltung, Hochschulen und Bildungseinrichtungen, Transferstellen, Kammern und Verbände."
In dem Netzwerk sollen dazu die Wege vereinfacht und verkürzt werden. Außerdem hofft das Netzwerk hofft auf verbesserte nationale Rahmenbedingungen, eine wettbewerbsfähige Unternehmenssteuerpolitik und eine Intensivierung der technologischen Förderung, denn weltweit werden den Automotive-Zulieferern große Wachstumschancen eingeräumt.
Problem der kleiner werdenden Margen Auch hierzulande ist die Produktivität in diesem Industriezweig groß. Allein in 2004 wurde im Kreis Olpe allein ein Umsatz von 694 Millionen Euro gemacht.
Den globalen Herausforderungen müsse die Automotive-Branche aber ausdrücklich regional begegnen. Das größte Problem der heimischen Automotive-Zulieferer sind die immer kleiner werdenden Margen: "Preise runter, Kosten rauf" beschreibt einen gefährlichen Trend für viele Unternehmen. Die europäische Automobilindustrie wird durch wenige große und damit marktbestimmende Hersteller charakterisiert.
Zur Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit wird diese Marktmacht gegenüber den Zulieferern für dekretierte Preissenkungen eingesetzt, was aus vielen Fällen bekannt ist. Weil sich die Automobil-Zulieferer stärker als andere Unternehmen auf einen Preiswettbewerb einlassen müssen, ist ihre Zukunftssicherung über Forschung und Entwicklung gefährdet. Es besteht das Risiko, dass künftig keine ausreichenden Mittel mehr für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen. So liegt die Umsatzrendite (vor Steuern) der Automobilzulieferer mit im Mittel 5,4 Prozent um knapp einen Prozentpunkt unter der anderer Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes.
Gleichzeitig wachsen bei den Zulieferern die Kosten. Neben den hohen Personalkosten sorgen zunehmend auch Rohstoff- und Energiepreise für deutlichen Auftrieb. In der Summe dieser Effekte sehen viele Unternehmen eine erhebliche Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit in Südwestfalen.
Qualifizierung als Gegenstrategie Den Problemen begegnen die Unternehmen unterschiedliche. Zwar stehen Rationalisierung und "Flucht" ins Ausland oben an. Aber eine bessere Qualifizierung der Mitarbeiter liegt mittlerweile an dritter Stelle, wenn es darum geht, Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen.

 

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