NRW, 10.12.2007 06:51 Uhr (sor)
Berlin. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Junger Unternehmer (BJU), Dirk Martin, hat im Vorfeld des IT-Gipfels eine erleichterte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte nach Deutschland gefordert. Nur so ließe sich der Fachkräftemangel, insbesondere in der IT-Branche, kurzfristig in den Griff bekommen. Vermehrte Anstrengungen im Bildungsbereich seien zwar ebenso wichtig, würden das Problem aber erst mittel- bis langfristig lösen können, sagte Martin, der selbst Geschäftsführer eines IT-Unternehmens mit rund 100 Beschäftigten ist.
Martin: "In der IT-Branche, aber auch in anderen Wirtschaftszweigen, ist der Fachkräftemangel zu einem echten Wachstumshemmnis geworden. Es ist bitter, wenn Unternehmen Aufträge ablehnen müssen, weil nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. In einer solchen Situation ist die Politik gefordert, schnelle Maßnahmen zu ergreifen. Um das Problem des Fachkräftemangels zumindest kurzfristig in den Griff zu bekommen, brauchen wir schnellstmöglich Zuzugserleichterungen für ausländische Fachkräfte. Die Einkommensgrenze für Nicht-EU-Ausländer muss zügig auf einen Jahresverdienst von 40.000 Euro gesenkt werden. Die vorgeschriebene Untergrenze von derzeit 85.000 Euro ist viel zu hoch. Nur die allerwenigsten Angestellten im Mittelstand verdienen so viel.
Darüber hinaus sollte man eine generelle Neuregelung der Zuwanderung ins Auge fassen. Eine gesteuerte Zuwanderung über ein flexibles Punktesystem ist hier der richtige Weg. Deutschland muss endlich begreifen, dass es mit anderen Industrienationen im Wettbewerb um qualifizierte Zuwanderer steht. Diese werden durch die derzeitigen Regelungen abgeschreckt. Wir brauchen hier einen grundsätzlichen Mentalitätswechsel: Weg von der Abschottung unseres Arbeitsmarktes, hin zu einer stärkeren Öffnung.
Zur Behebung des Fachkräftemangels sind vermehrte Anstrengungen im Bildungsbereich natürlich ebenso wichtig. Jedoch greifen solche Maßnahmen angesichts der aktuellen Fachkräfte-Klemme nicht schnell genug. Sie können das Problem erst mittel- bis langfristig lösen. Es ist zwar begrüßenswert, wenn die Bundeskanzlerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft dazu aufruft, die beruflichen Chancen der IT-Branche besser zu nutzen. Mit solchen Aufrufen lässt sich aber der aktuelle Engpass nicht beheben. Das geht nur über eine erleichterte Zuwanderung. Ich hoffe sehr, dass der IT-Gipfel hier konkrete Forschritte bringt. Sonst gehen uns noch mehr Wachstum und Innovationspotenzial verloren."
Der Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) ist das Forum für junge Familien- und Eigentümerunternehmer bis 40 Jahre. Unter dem Motto Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung bezieht der BJU klar Stellung für eine wettbewerbsorientierte und soziale Marktwirtschaft sowie gegen überflüssige Staatseingriffe. BJU-Mitglieder sind Inhaber oder Gesellschafter eines Unternehmens. Sie haben mindestens 10 Beschäftigte und/oder 1 Million Euro Jahresumsatz sowie einen Eintrag in Handelsregister oder Handwerksrolle. Die derzeit 1.500 Mitglieder erwirtschaften insgesamt einen Jahresumsatz von 28 Milliarden Euro und beschäftigen rund 180.000 fest angestellte Mitarbeiter.
» Zur Startseite von Regionales-Gewerbe Regionales Gewerbe von A-Z.