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Vom Ordnen des Lebens

NRW, 28.06.2010 09:55 Uhr (skr)

Den Satz „Ordnung ist das halbe leben“ mag man leicht als Prinzip von Spießern abtun – aber es steckt mehr dahinter als eine konservative Lebenssicht. Spirituell orientierten Menschen rät Feng-Shui zum strukturierten Wohnen und Manager von Zeit- und Arbeitsplatz-Organisation predigen die ordentliche Lebensweise sowieso. Letztendlich sorgt mehr Struktur auch für mehr Platz für die wesentlichen Dinge im Leben.

Denn Unordnung mag zwar auch kreative Aspekte haben, aber sie sollte dennoch nicht zu weit gehen. Wenn auf dem Schreibtisch ein paar Zettel herumliegen, man aber immer noch genau weiß, wo was abgelegt ist, geht das natürlich in Ordnung. Wenn ein paar Klamotten auf dem Sessel liegen, aber das Zimmer immer noch repräsentabel ist und man gut einen Platz zum Niederlassen findet, ist daran nichts auszusetzen.

Spätestens aber, wenn mit der Suche nach Dingen Zeit vergeudet wird oder einen die Unordnung wütend macht oder sogar peinlich berührt, ist es Zeit, dem Chaos entgegen zu wirken.

Struktur im Leben
Wer immer noch damit kämpft, seinem Leben mehr Struktur zu verpassen, dem helfen ein paar grundsätzliche Regeln. Wichtige Fragen auf dem Weg zur Ordnung: Kann auch ein Außenstehender schnell das Gesuchte finden? Stehen die Dinge so, dass man intuitiv auf sie zugreifen kann? Gewinnt man schnell einen Überblick über einen Raum?

Ein erstes Gebot, um diese Fragen bejahen zu können, ist das Abwerfen von Ballast. Deshalb ist eine Kiste für Altpapier ein wichtiges Utensil. Denn die Papierhaufen wachsen in vielen Wohnungen schnell an, ohne dass man die Inhalte eigentlich noch verwerten kann. Des Weiteren sollte der Abfalleimer nicht zu klein ausfallen – denn die Entsorgung soll leicht gemacht werden. Etwas sollte niemals nur deshalb aufbewahrt werden, weil es keine Gelegenheit zum Wegwerfen gibt. Wenn Sie sich also überwinden, Unnötiges schnell zu entsorgen, ist ein erster Schritt zur Übersichtlichkeit getan.

Viel Benutztes sollte schnell erreichbar sein
Außerdem sollten die Dinge, die sie häufig benutzen, auch schnell greifbar sein. So müssen Sie nicht auf den Suche nach den Gegenständen andere erst beiseite räumen – und dabei wiederum Unordnung anrichten. Am Schreibtisch ist es eine hilfreiche Übung, sich hinzusetzen und einmal die Arme auszubreiten. Alles, was Sie ohne Verrenkungen erreichen können, ist Ihre 1a-Zone. In dieser darf alles lagern, was Sie ständig benötigen. In der Mitte der Zone sollte aber natürlich ein ausreichend großer Platz zum Arbeiten frei bleiben. Die gleiche Regel gilt auch für Kleiderschrank, Küchenarbeitsplatte oder Badezimmer. Nippes und Angestaubtes hat in der 1a-Zone grundsätzlich nicht zu suchen.

Die Regel hat übrigens auch zur Konsequenz, dass sie ihre Arbeitsbereiche eventuell umorganisieren müssen: Denn nicht mehr alle Stifte gehören nach der Regel zusammen, sondern nur noch solche, die sie ständig brauchen. Alle anderen bekommen eine neue Heimat. Stattdessen werden dann die Lieblingsstifte plus Anspitzer und Radiergummi zusammengebracht.

Damit man gleich weiß, wo was ist, gilt es zu beschriften – und zwar gut lesbar. Schachtel und Dosen sind nur dann eine gute Möglichkeit zum Verwahren, wenn man auch gleich weiß, was sich darin befindet. Und die Aufschrift sollte Sinn ergeben: Begriffe wie „wichtig“ oder „Sonstiges“ sind wenig aufschlussreich. Besser ist die thematische Sortierung nach „Auto“, „Steuern“ und „Versicherungen“. Es gilt: In jedem Raum Aufkleber und Stift bereit halten und gleich markieren zu können.

Gleich am Morgen planen
Ein guter Tipp, um gleich einen Überblick über die Aufgaben des Tages zu gewinnen, ist ein Wandplaner gleich neben dem Küchentisch. So kann man gleich morgens gemeinsam am Tisch den Tag besprechen und entsprechende Eintragungen machen. Die ganze Ordnung hat dann den Effekt, dass Sie sich Gedanken über Dinge machen können, die wirklich wichtig sind.

 

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