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Wirtschaftsfaktor Hund in Deutschland

NRW, 19.07.2010 16:58 Uhr (skr)

In der Bundesrepublik Deutschland leben gegenwärtig circa fünf Millionen Hunde. Schätzungen gehen jedoch sogar von einer etwas höheren Anzahl aus, da nicht alle Hunde steuerlich gemeldet sind. Damit ist der beste Freund des Menschen in der Bundesrepublik ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor.

Hundehalter und Hunderassen
Von diesen fünf Millionen Hunden sind etwa zwei Drittel Rassehunde und ein Drittel Mischlinge. Pro Jahr gibt es ungefähr 500.000 Welpen, die zum größten Teil in der Bundesrepublik gezüchtet werden. Rund 20 Prozent dieser Welpen werden jedoch aus anderen Ländern importiert.

Unterschiedliche Studien haben ergeben, dass rund zehn Millionen Deutsche ab 14 Jahren in einem Haushalt mit Hund leben, davon rund fünf Millionen mit einem Rassehund. In insgesamt 13 Prozent der deutschen Haushalte ist ein Vierbeiner vorhanden. Von allen Hunderassen scheint der Deutsche Schäferhund in den Haushalten der Republik mit Abstand am beliebtesten zu sein. So haben mehr als eine Million Deutsche einen Schäferhund zu Hause. Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala stehen Retriever und Labradore, gefolgt von Hirtenhunden und Rottweilern.

Wirtschaftliche Fakten rund um den Hund
Die Hundehaltung in Deutschland bringt Jahr für Jahr einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro. Alle Ausgaben, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Hundehaltung stehen, haben zusammengenommen einen Anteil von 0,22 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt. Das ist in etwa ein Fünftel des Beitrags, den die deutsche Landwirtschaft jährlich erbringt. Mit der Haltung von Hunden sind in der Bundesrepublik annähernd 100.000 Arbeitsplätze verbunden. Anders gesagt finanzieren zwischen 50 und 60 Hunde einen Arbeitsplatz. In einer Untersuchung konnte festgestellt werden, dass Hundebesitzer im Vergleich zu Bundesbürgern ohne Hund um 30 Prozent weniger ins Ausland verreisen. Statt dessen machen sie öfter in Deutschland Urlaub und tragen so dazu bei, dass weniger Einkommen ins Ausland fließt.

Der Staat profitiert durch die Haltung der Vierbeiner. So liegen die Einnahmen aus der Hundesteuer deutlich höher als die staatlichen Ausgaben für Hunde. Zudem leisten bestimmte Arten von Hunden sogar einen Beitrag für die Gesellschaft, ohne entsprechende Kosten zu verursachen. Hierzu zählen unter anderem Polizeihunde, Blindenhunde und Rettungshunde.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben darüber hinaus erwiesen, dass die Haltung von Hunden sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Schätzungen gehen davon aus, dass durch Hundehaltung die gesamtwirtschaftlichen Gesundheitskosten um mehr als 2 Milliarden Euro verringert werden.

Fressnapf, Spielzeug und Co.
Für die Haltung eines Vierbeiners wird spezielles Zubehör benötigt. Entsprechendes Hundezubehör wie Hundeleinen, Fressnäpfe, Körbchen und spezielle Pflegeprodukte gibt es in Heimtiermärkten. Zudem werden derartige Produkte ebenfalls von Online-Händlern wie Hundetraum angeboten.

Nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf konnte im Jahr 2004 mit Hundezubehör ein Umsatz von insgesamt 118 Millionen Euro erzielt werden. Andere Schätzungen gehen sogar von einem Gesamtumsatz um die 200 Millionen Euro aus.

Der beste Freund des Menschen ist also nicht nur ein treuer Begleiter und für viele ein geliebtes Familienmitglied, sondern ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

 

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