NRW, 13.08.2010 12:20 Uhr (skr)
Im Mittelalter ging man auf den großen örtlichen Markt, um seine Besorgungen zu erledigen. Insbesondere bei Anschaffungen, die nicht zu denen des täglichen Bedarfs gehören, konnte man sich darauf verlassen, dass man nur bei einem Händler anzufragen brauchte und man bekam Empfehlungen, wo und wie das Gesuchte zu bekommen sei. Hatte man seine Besorgungen erledigt und seine Runde auf dem Marktplatz beendet, wusste man bereits mehr. Über Mundpropaganda hatte sich das Gesuch herumgesprochen, auf dem gleichen Wege hatte man bereits das ein oder andere Angebot erhalten und konnte dann noch persönlich mit den Anbietern über den Preis verhandeln. Der Marktplatz von heute funktioniert anders - das Prinzip ist aber seit der Umsetzung der Ideen zweier kreativer Jungunternehmer fast dasselbe geblieben.
Das umgekehrte eBay
Virtuelle Marktplätze im Internet gibt es viele. Normalerweise stellt dort jemand einen Artikel ein und anschließend bieten einige Käufer darauf. Das höchste Gebot erhält den Zuschlag und der Gegenstand wechselt den Besitzer. Was aber bei Gegenständen und Dienstleistungen, deren Preis nicht vom Käufer sondern vom Verkäufer bestimmt werden soll? Das junge Berliner Unternehmen Käuferportal hat sich dieses Problems angenommen und bietet eine Plattform, auf der Kunden ihre Gesuche kostenlos aufgeben können und Anbieter daraufhin verschiedene Angebote erstellen und den Usern unterbreiten. Und zwar nicht irgendwelche Anbieter deutschland- oder gar europaweit, sondern lokale Anbieter vor Ort. Den Kontakt stellt das Portal her und dient damit Käufern wie Verkäufern gleichermaßen. Der eine spart sich die mühselige Recherche, der andere die Akquise von Neukunden durch aufwändige Marketingmaßnahmen.
Darauf wurde gewartet
Vor nunmehr zwei Jahren startete die Internetplattform Käuferportal, gegründet von den beiden Mittzwanzigern Robin Behlau und Mario Kohle in Berlin. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, den fast unüberschaubaren Markt ein wenig übersichtlicher zu gestalten. Inzwischen beschäftigt das junge Unternehmen über 30 Mitarbeiter und nähert sich den schwarzen Zahlen. In der Presse wurde ihr Erfolg viel besprochen, unter anderem gewannen die beiden Unternehmer den Gründerwettbewerb der Wirtschaftswoche und wurden dabei unter mehr als 100 Bewerbern ausgewählt. Der Bedarf für ein solches Portal war da und wurde von Käuferportal anscheinend zur richtigen Zeit erkannt.
Produktpalette auf Kunden abgestimmt
Das Portal setzt in erster Linie auf Käufer aus dem Bereich kleiner und mittelständischer Unternehmen und Büros. Für den Kauf eines Faxgerätes können sie je nach Stückzahl und Spezifikationen, die der Kunde zuvor auf einem Fragebogen online angibt, den richtigen Anbieter vermitteln, der dann sein Angebot über das Portal dem potentiellen Kunden vorschlägt. Für den Kunden ist dieser Dienst kostenlos, die Gebühr zahlt der Anbieter. Dafür erhält er einen neuen Kunden, zu dem er sonst vielleicht keinen Zugang gehabt hätte oder nur durch viel Aufwand und Werbung Kontakt hätte aufnehmen können.
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