
NRW, 25.05.2010 11:10 Uhr
Siegen. Die mit großem Aufwand betriebene Eröffnung des "Hooters"-Restaurants in der Siegener Oberstadt verzögert sich? und zwar aus äußerst unangenehmen Gründen. Denn der Inhaber des Mietobjektes, eine Düsseldorfer ImmobilienFirma, hat zum 1. April Insolvenz angemeldet. Holger Christ, Franchise-Nehmer der Hooters-Kette, fühlt sich hintergangen und plagt sich nun mit der Juristerei herum.
Eigentlich sollten längst leicht bekleidete Damen hochwertiges US-Essen in der Kölner Straße 48 servieren. Doch noch immer prangt nur ein Banner mit der Aufschrift "Hooters ? Demnächst hier" in der Siegener Oberstadt. Der geplante Eröffnungstermin im Mai ist längst geplatzt, eventuell soll es nun Ende Juni oder Anfang Juli losgehen.
Im Februar hatte Investor Christ die Verträge mit der ImmobilienFirma "Dala Seven" aus Düsseldorf unterzeichnet. "Leider hat man damals nicht mit offenen Karten gespielt", sagte er dem SiegerlandKurier. Denn nur wenige Wochen später meldete das Unternehmen Insolvenz an. Und das hatte Folgen.
Denn bis zum Verkauf des Objektes ist nun ein Insolvenzverwalter "Herr des Verfahrens". Die wahre Crux beginnt aber sobald ein Käufer gefunden wurde. Denn der neue Eigentümer hat laut §111 des Insolvenzrechts die Option, bestehende Miet- oder Pachtverhältnisse unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen zu kündigen. "Wir wollen hier rund 500.000 Euro investieren und haben außerdem bestehende Verträge mit Hooters-Deutschland und der HauptFirma in den USA. Dazu brauchen wir aber Mietsicherheit", so Christ, der sich nach dieser Hiobsbotschaft gleich auf die Suche nach Lösungen machte. Einige "juristische Klimmzüge" habe man machen müssen, ehe man sich mit dem Insolvenzverwalter geeinigt habe. Egal wer der neue Eigentümer wird ? "Hooters" wird bis zu 20 Jahre Mietrecht im Objekt "Kölner Straße 48" haben.Inwiefern die laufende Insolvenz auch die weiteren bestehenden Mietverträge betrifft (im Haus selbst ist neben einer Bäckerei auch ein Goldschmied ansässig), war am Freitag nicht zu erfahren. Ebenfalls unklar ist außerdem, ob das Unternehmen "Dala Seven" aus Düsseldorf oder eine ihrer zahlreichen Tochterfirmen noch weitere Objekte im Siegener Stadtgebiet besitzt. Die Stadt Siegen konnte dazu keine Angaben machen.
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