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Konjunktur in Leverkusen: Aufschwung - aber mit wachsender Vorsicht

NRW, 16.02.2008 12:15 Uhr

Köln. Aktuell laufen die Geschäfte der Unter­nehmen in Lever­kusen gut - aber die Skepsis wächst. Denn vor allem allge­meine Konjunk­tur­ri­siken wie der stei­gende Wech­sel­kurs, die stei­genden Ener­gie-und Rohstoff­preise, die Rezes­si­ons­ge­fahr in den USA und die schwer abseh­bare Entwick­lung der Verwer­fungen an den Finanz­märkten drücken auf die gute Stim­mung für die kommenden Monate und bremsen die Risi­ko­be­reit­schaft. "Zwar nehmen die Unter­nehmen den Schwung aus dem erfolg­rei­chen Jahr 2007 mit ins Früh­jahr 2008. Ange­sichts der wach­senden Risiken wird jedoch eine Verlang­sa­mung des Wachs­tums wahr­schein­li­cher", erläu­terte Eva Babatz, Leiterin der IHK-Zweig­stelle Lever­ku­sen/Rhein-Berg, gestern in Lever­kusen die Ergeb­nisse der Januar-Umfrage der Indus­trie-und Handels­kammer zu Köln (IHK Köln) unter den Unter­nehmen in der Stadt Lever­kusen.

Unternehmen zeigen sich in der aktuellen Konjunktur-Umfrage der IHK Köln weiter grundsätzlich optimistisch, aber zunehmend skeptisch

Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die Unternehmen unverändert positiv: Derzeit schätzen (wie auch in der letzten Umfrage im Herbst) 36 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut ein, unzufrieden zeigen sich aktuell nur noch gut zehn Prozent (zuletzt: knapp 22 Prozent) der befragten Betriebe. Im Vergleich zum Herbst hat sich damit der Geschäftsklima-Index zur Geschäftslage (Saldo der Antworten "besser" und "schlechter") sogar deutlich um zwölf Punkte auf 25 Punkte verbessert.

Vorsichtiger zeigen sich die Unternehmen dagegen im Hinblick auf die kommenden Monate: Hier rechnen noch gut 20 Prozent (im Herbst: 28 Prozent) der Firmen mit besseren Geschäften, fast 24 Prozent (Herbst: gut 13 Prozent) erwarten aber eine Verschlechterung. Damit liegen die Betriebe in Leverkusen nur zum Teil im Trend der Umfrageergebnisse für den Bezirk der IHK Köln insgesamt, zu dem neben den Städten Leverkusen und Köln auch der Rheinisch-Bergische, der Oberbergische und der Rhein-Erft-Kreis gehören. Im IHK-Bezirk insgesamt ist der Anteil derer, die mit einer Verschlechterung rechnen, etwas geringer als in Leverkusen.

Trotz dieser wachsenden Vorsicht ist die Bereitschaft der Unternehmen, weiter am Standort zu investieren, weiterhin groß. In Leverkusen planen 46 Prozent der befragten Unternehmen mit größeren Investitionsbudgets. Dagegen wollen nur 11,5 Prozent der Betriebe weniger investieren.

Die Motivation dafür dürfte auch in den nach wie vor guten Exporterwartungen der Unternehmen begründet liegen. Denn auch in diesem Jahr wird der Export eine wichtige Triebfeder der Konjunktur sein. Keines der befragten Leverkusener Unternehmen rechnet derzeit mit rückläufigen Ausfuhren, fast 14 Prozent aber mit weiter steigenden Exporten. "Auch im laufenden Jahr kann die Region vom Wachstum des Außenhandels weiter profitieren - auch wenn sich die Dynamik im Vergleich zu den Vorjahren verringern wird", so Eva Babatz weiter.

Weiterer Abbau der Arbeitslosigkeit ungewiss

Neben dem Export setzen die Unternehmen auch auf eine anziehende Inlandsnachfrage infolge der in den vergangenen Monaten gewachsenen Beschäftigung. Denn die Arbeitslosigkeit ist im vergangenen Jahr auch in Leverkusen deutlich zurückgegangen. Ende Januar waren hier 8.154 Menschen arbeitslos gemeldet, fast 19 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,9 Prozent. IHK-Vertreterin Eva Babatz hält indes eine ähnlich positive Entwicklung in den kommenden Monaten eher für unwahrscheinlich: "Vieles spricht dafür, dass der Höhepunkt der Arbeitsmarkterholung zunächst einmal überschritten ist." Das legen jedenfalls die Beschäftigungspläne der Unternehmen in Leverkusen nahe: Erstmals wollen in den kommenden Monaten wieder mehr Betriebe Personal abbauen (insgesamt gut zwölf Prozent der Betriebe) als zusätzliche Mitarbeiter einstellen (knapp neun Prozent). Mit Blick auf den IHK-Bezirk insgesamt sind die Chancen auf einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit hingegen günstiger: Hier plant jedes vierte Unternehmen, die Zahl seiner Beschäftigten auch 2008 weiter zu erhöhen.

 

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