
NRW, 26.10.2011 11:19 Uhr
Lange Zeit war der Gasmarkt stark monopolistisch geprägt. Neben den jeweiligen, regionalen Hauptversorgern gab es kaum alternative Tarife. 2004 hatte die Verbraucherzentrale deswegen gegen einen der Großversorger geklagt und jetzt den Prozess gewonnen, was aus Sicht der Verbraucher ein Meilenstein zu sein scheint.
Das Urteil des Landgerichts ist gefallen. 75000 Euro werden jetzt über die Verbraucherzentrale an die Verbraucher zurückgezahlt. Betroffen sind rund 55000 Kunden, von denen 50000 seit dem starken Anstieg der Gaspreise nur unter Vorbehalt gezahlt hatten und 5000 die geforderten Beiträge gekürzt hatten. Zurück gingen diese Maßnahmen auf eine wiederholte und anscheinend unberechtigte Erhöhung des regionalen Gasanbieters. Aus Verbrauchersicht war das eine klare Ausnutzung der vorteilhaften Marktsituation und somit Grund genug zur Klage.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Mit diesem Urteil wurde, so der Verbraucherschutz, ein richtiges Zeichen gesetzt. Allerdings ist trotzdem nicht die Frage geklärt, ob den Kunden überhöhte Preise abverlangt wurden. Die Klage richtete sich zunächst einmal gegen eine zu unbestimmte und unklare Preisklausel. Jedoch, auch wenn das Urteil als wichtiger Schritt gefeiert wird, wäre aus heutiger Sicht ein solches juristisches Vorgehen nicht mehr unbedingt nötig, da der Gasmarkt sich seit 2004 stark gewandelt hat und dem Kunden viel mehr Möglichkeiten eröffnet. Jedoch trotz der inzwischen deutlich weiter gefächerten Tarifpalette und den guten Wechselbedingungen werden eben diese noch immer wenig von den Verbrauchern genutzt.
Mut zum Wechsel
Vor einigen Jahren hatten Verbraucher in vielen Regionen kaum die Möglichkeit selber den Gasversorger zu wählen, jedoch hat sich die Lage hierhingehend massiv gewandelt. Beispielsweise in Hamburg können Gasverbraucher inzwischen zwischen 104 verschiedenen Tarifen wählen, nur mangelt es auch hier, genau wie in Bezug auf Stromtarife, an Wechselbereitschaft und nur eine kleine Prozentzahl der Kunden nimmt den Vergleich vor und hält Ausschau nach Vergünstigungen. Dabei zeigt sich, dass wer Gaspreise und Gas-Tarife vergleicht deutliche Ersparnisse verbuchen und so übers Jahr gerechnet nicht nur Cent-Beträge einsparen kann.
Der Wechsel ist einfach und niemand muss Angst vor Lieferungslücken haben, da der Übergang direkt vom neuen Anbieter geregelt wird. Der Verbraucher muss sich lediglich den neuen Wunschtarif auswählen, den Rest, inklusive der Kündigung des alten Vertrages, übernimmt der neue Versorger. Am besten fährt man mit einem ausführlichen Tarifvergleich über das Internet. Es gibt bereits zahlreiche Plattformen, die einen genauen Vergleich, aufbauend auf der eigenen Region und dem persönlichen Verbrauch, ermöglichen. Da nicht jeder Tarifvergleich auch alle Tarife in der Datenbank berücksichtigt, ist es zudem empfehlenswert auch die Tarifvergleiche unter sich noch einmal zu vergleichen, sich also über mehrere Portale den persönlich günstigsten Tarif rauszusuchen.
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