
NRW, 31.08.2010 08:26 Uhr
Für viele Berufe ist eine bestimmte Kleidung erforderlich. Sei es, weil sie praktischer ist, sei es, weil es eine bestimmte Kleiderordnung gibt – oder beides.
Kennzeichnung von Zugehörigkeit und Hierarchien
Manchmal sind es nur bestimmte Konventionen, die eine Kleidervorschrift am Arbeitsplatz hervorbringen. Aus der Tradition geboren haben sich dann Ordnungen entwickelt, die den Berufstätigen nicht nur ein einheitliches Aussehen verschafften, sondern auch ein eigenes Zeichensystem hervorbrachten. Man kann zwischen unterschiedlichen Typen der Arbeitskleidung unterscheiden: es gibt Uniformen, Zunftkleidung, Businesskleidung, Amtskleidung und diverse andere Typen der Textilien für den beruflichen Alltag. Dabei spielen sowohl Erwägungen der Repräsentation eine Rolle, als auch der schliche praktische Nutzen. Hierarchien lassen sich aus der Kleidung ablesen wie der Beruf selber.
Zwei Fallbeispiele Unterschiedliche Typen der Berufsbekleidung
Die verschiedenen Arten der Berufsbekleidung haben unterschiedliche Ursprünge und Funktionen. So fällt es zum Beispiel auf, dass Ärzte weiß zu tragen pflegen. Das hat einen ganz einfachen Grund: weiß ist die Farbe der Reinlichkeit, man sieht jeden Schmutz auf ihnen. Allerdings war die Farbe ursprünglich eine andere: früher trug der Mediziner schwarz. Als man dann aber entdeckte, dass sich Keime und Krankheitserreger auch auf der Kleidung sammeln, ging man dazu über, die Kittel der Hygiene halber heiß zu waschen – das haben die schwarzen Kittel allerdings nicht vertragen. Doch nicht jeder Arzt trägt weiß: im Operationssaal wird grün getragen, da es das Licht nicht reflektiert. Es gibt außerdem auch noch blaue Kittel, zum Beispiel bei Pflegern. Psychologischer Vorteil dieser Farbe: sie beruhigt.
Wie früher die Ärzte trägt der Zimmerer auf Wanderschaft schwarz. Seine Cord-Kluft unterliegt unterschiedlichen Bestimmungen, die allerdings zu einem großen Teil nicht nur Traditionskleidung sind, sondern auch tatsächlich über einen praktischen Nutzen verfügen. So ist die traditionelle Schlaghose nicht etwa ein modisches Accessoire, sondern soll dafür sorgen, dass bei der Arbeit kein Schmutz in die Schuhe rieselt. Ein weiterer, nicht unmittelbar mit der Ausübung des Handwerks zusammenhängender Zweck der traditionellen Kluft ist natürlich auch die Wiedererkennbarkeit für Gleichgesinnte. Damit verbunden ist auch die Stiftung eines Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der Vereinigungen („Schächte“). Insofern kann man sagen, dass auch Koks und Ohrring nicht funktionslos sind.
Woher bekomme ich meine Berufskleidung?
Es gibt manche Berufe, an deren Arbeitskleidung ist nicht leicht zu kommen, bzw., zumindest nicht, wenn wenn man den Beruf nicht ausübt. Selbstverständlich kann nicht einfach eine jede und ein jeder eine Polizist(inn)enuniform erwerben. Und manche Stücke muss man über den Arbeitgeber beziehen. Aber vieles bekommt man im Fachhandel, ob man den jeweiligen Beruf nun ausübt, oder einfach nur die Kleidung schick findet.
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