Attendorn. Entgegen dem allgemeinen Trend konnte sich die Stadt Attendorn in den vergangenen Jahren wirtschaftlich behaupten und ihren Rang als Wirtschaftsstandort Nummer Eins im Südsauerland sogar ausbauen. Diese positive Entwicklung, insbesondere ein Erfolg der ortsansässigen familiengeführten mittelständischen Unternehmen, gibt der Hansestadt die Zuversicht, zukünftigen Anforderungen einer globalisierten Arbeitswelt gerecht werden zu können.
Über 650 Betriebe schaffen aktuell rund 12.000 Arbeitsplätze
Ein Blick in das dicke Geschichtsbuch der Stadt Attendorn zeigt, wo die Wurzeln der Attendorner Wirtschaftskraft liegen. Den neun Zünften, besonders den Woll- und Leinewebern, ist es zu verdanken, dass Attendorn bereits im 13./14. Jahrhundert seine erste Blüte erreichte. Als Mitglied der Deutschen Hanse wurde die Stadt besonders im Bereich des Tuchhandels bekannt. Waren es zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Hütten-, Hammer- und Walzwerke, deren industrielle Erzeugnisse die handwerklichen Produkte der Zünfte ablösten, so bilden heute namhafte mittelständische familiengeführte Industriebetriebe der Metallindustrie und Kunststoffverarbeitung wie Armaturenhersteller und Automobilzulieferer das ökonomische Rückgrat dieses Mittelzentrums. Über 650 Betriebe schaffen aktuell rund 12.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Davon befinden sich fast zwei Drittel im verarbeitenden Gewerbe. Die wirtschaftliche Stellung der Stadt ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Eine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik und niedrige Steuersätze schaffen die notwendigen Voraussetzungen, damit die heimischen Unternehmen mit einem hohen Maß an Innovation, unternehmerischem Mut und dem Können der Arbeitnehmerschaft nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern auch weltweit bestehen können. Unter Wahrung und Stärkung des Standortes Attendorn sind viele auch mit eigenen Betriebsstätten "in der ganzen Welt" vertreten. Die Stadt Attendorn verfügt heute über 190,6 Hektar belegte Industrie- und Gewerbeflächen, von denen gut 100 Hektar in den letzten 20 Jahren entstanden sind. Die Fortsetzung dieser erfolgreichen Politik soll durch den in Aufstellung befindlichen neuen Flächennutzungsplan (FNP) "Attendorn 2020" sichergestellt werden, der rund 40 weitere Hektar vorsieht. Parallel dazu sind gleichzeitig selbstverständlich die erforderlichen Wohnsiedlungsgebiete entstanden, um dem Bedarf einer bisher stetig gestiegenen Einwohnerschaft gerecht zu werden. Auch hier wird der neue FNP die zukünftig notwendigen Flächenerweiterungen enthalten. Die wirtschaftliche Dynamik in der Stadt zeigt sich auch in den einzelhandelsrelevanten Kennzahlen Attendorns. So verfügen die Bürgerinnen und Bürger seit jeher über eine deutlich überdurchschnittliche Kaufkraft. Floss hiervon in der Vergangenheit ein nicht unbeträchtlicher Teil in die benachbarten Mittel- und Oberzentren, so konnte dieser Trend in den letzten Jahren durch verschiedene Maßnahmen, z.B. durch die gezielte Ansiedlung von unterrepräsentierten Sortimenten, gestoppt und teilweise umgedreht werden. Im Moment wird begonnen, das "Trittsteinkonzept" umzusetzen, das Shoppen und Verweilen in der Innenstadt noch attraktiver machen wird. Voraussetzung dafür ist der Bau der "Nordumgehung", die den Nord-Süd-Verkehr und einen Teil des aus Osten kommenden Durchgangsverkehrs aufnehmen soll. Einen aktiven Beitrag zur Wirtschaftsförderung leistet die Stadt Attendorn durch ihre Steuer- und Abgabenpolitik. Die Stadt hat seit vielen Jahren die niedrigsten Hebesätze für Gewerbe- und Grundsteuer im IHK-Bezirk. Auch die Gebühren für die Abfall- und Abwasserentsorgung sind vergleichsweise niedrig. Von der wirtschaftlichen Stärke Attendorns profitiert auch die Stadt Attendorn. So konnte die städtische Verschuldung bis zum Ende des vergangenen Jahres auf nur noch rund 12 Millionen Euro abgesenkt werden, was innerhalb der letzten 10 Jahre eine Halbierung bedeutete (1997 noch rund 27,6 Millionen Euro). Der Entwurf der Eröffnungsbilanz des "Neuen Kommunalen Finanzwesens" (NKF) der Stadt Attendorn weist eine Bilanzsumme von rund 256 Millionen Euro aus. Dabei macht allein das städtische Anlagevermögen einen Wert von rund 240 Millionen Euro aus. Das Eigenkapital der Stadt Attendorn beläuft sich auf rund 131 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote beträgt somit rund 51 Prozent. Auch der Tourismus stellt in Attendorn einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Die abwechslungs- und waldreiche Landschaft des Südsauerlands, ein gut ausgebautes Wanderwegenetz, sportliche Betätigungsmöglichkeiten, vielfältige Erholungsmöglichkeiten sowie zahlreiche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in Attendorn und seiner näheren Umgebung liefern hierfür eine hervorragende Ausgangsbasis. Die Atta-Höhle sei an dieser Stelle besonders erwähnt, denn diese wohl größte und schönste Tropfsteinhöhle Deutschlands feiert am 19. Juli 2007 ihr 100-jähriges Jubiläum.
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